Kurzfassung: Wer in Deutschland öffentliche Ausschreibungen finden will, steht vor einer fragmentierten Landschaft aus dutzenden Portalen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Dieser Leitfaden erklärt die EU-Schwellenwerte 2026/2027, den Unterschied zwischen Ober- und Unterschwellenvergaben und listet alle relevanten Vergabeplattformen der 16 Bundesländer auf. Sie erfahren Schritt für Schritt, wie Sie passende Aufträge systematisch identifizieren, typische Fehler bei der manuellen Suche vermeiden und den Rechercheaufwand reduzieren. Als Alternative zur manuellen Portalrecherche aggregiert procuris alle Quellen in einer einzigen Suchoberfläche mit KI-gestützter semantischer Suche und automatischer Fristenüberwachung.
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Bund, Länder und Kommunen in Deutschland vergeben jährlich öffentliche Aufträge im Wert von über 125 Milliarden Euro - allein bei Aufträgen ab 25.000 Euro Volumen. Zählt man kleinere Vergaben hinzu, schätzen Experten das Gesamtvolumen auf rund 500 Milliarden Euro pro Jahr. Für Unternehmen jeder Größe steckt in diesem Markt enormes Potenzial. Doch wer öffentliche Ausschreibungen finden möchte, steht vor einer fragmentierten Landschaft: Relevante Aufträge verteilen sich auf dutzende Portale auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene.
Dieser Leitfaden erklärt die deutsche Vergabelandschaft im Detail, listet alle relevanten Portale auf, erläutert die Unterschiede zwischen Ober- und Unterschwellenvergaben und zeigt Schritt für Schritt, wie Sie systematisch passende Aufträge finden - ob manuell oder mit KI-gestützter Suche.
Warum öffentliche Ausschreibungen finden so kompliziert ist
Anders als in vielen europäischen Nachbarländern gibt es in Deutschland kein einziges zentrales Portal, das alle öffentlichen Aufträge bündelt. Das liegt an der föderalen Struktur: Jedes der 16 Bundesländer betreibt eigene Vergabeplattformen, dazu kommen Bundesportale, EU-weite Datenbanken und zahlreiche privatwirtschaftliche Plattformen.
Die föderale Fragmentierung
Die Vergabelandschaft spiegelt den deutschen Föderalismus wider. Kommunen vergeben über die Hälfte aller öffentlichen Aufträge, doch fast 60 Prozent des Beschaffungsvolumens entfallen auf Bund und Länder. Das bedeutet: Wer den gesamten Markt abdecken möchte, muss auf allen Ebenen suchen.
In der Praxis nutzen öffentliche Auftraggeber unterschiedliche Plattformen - teilweise sogar innerhalb eines Bundeslandes. Eine Stadtverwaltung kann über die Landesplattform veröffentlichen, eine andere im selben Bundesland über das DTVP oder subreport ELViS. Diese Vielfalt macht die manuelle Recherche extrem aufwendig.
Unterschiedliche Datenformate und Suchmasken
Jede Plattform verwendet eigene Suchmasken, Kategorisierungen und Filteroptionen. Was auf einem Portal unter „IT-Dienstleistungen" läuft, heißt auf dem nächsten „EDV-Services" oder „Informationstechnik". CPV-Codes (Common Procurement Vocabulary) bieten zwar eine einheitliche Klassifikation, werden aber nicht auf allen Plattformen konsequent eingesetzt - insbesondere bei Unterschwellenvergaben.
Registrierungspflichten und Zugangshürden
Auf den meisten Vergabeplattformen ist die Einsicht in Bekanntmachungen kostenfrei. Für den Download der vollständigen Vergabeunterlagen ist jedoch fast immer eine Registrierung erforderlich. Wer auf mehreren Portalen aktiv sein will, muss also zahlreiche Accounts anlegen und pflegen - ein zusätzlicher Zeitfresser.
Die Ausschreibungshierarchie: Oberschwelle und Unterschwelle
Das wichtigste Ordnungsprinzip der deutschen Vergabelandschaft sind die Schwellenwerte. Sie entscheiden darüber, nach welchen Regeln ein Auftrag vergeben wird und wo er veröffentlicht werden muss.
EU-Schwellenwerte 2026/2027
Seit dem 1. Januar 2026 gelten neue, leicht gesenkte EU-Schwellenwerte. Die Europäische Kommission passt diese alle zwei Jahre gemäß dem WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA) an. Die aktuellen Werte im Überblick:
| Auftragsart | Schwellenwert 2026/2027 | Vorher (2024/2025) |
|---|---|---|
| Liefer- und Dienstleistungen (obere/oberste Bundesbehörden) | 140.000 € | 143.000 € |
| Liefer- und Dienstleistungen (sonstige öffentliche Auftraggeber) | 216.000 € | 221.000 € |
| Liefer- und Dienstleistungen (Sektorenauftraggeber) | 432.000 € | 443.000 € |
| Bauleistungen und Konzessionen | 5.404.000 € | 5.538.000 € |
Die Senkung der Schwellenwerte ist für Bieter eine gute Nachricht: Mehr Aufträge müssen nun EU-weit ausgeschrieben werden, was die Transparenz erhöht.
Was bei Oberschwellenvergaben gilt
Erreicht oder überschreitet der geschätzte Auftragswert die EU-Schwellenwerte, gelten die strengen Vorschriften des GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) und der Vergabeverordnung (VgV). Die wichtigsten Merkmale:
- Pflichtveröffentlichung auf TED: Jede EU-weite Ausschreibung muss auf Tenders Electronic Daily veröffentlicht werden
- eForms-Standard: Seit Oktober 2023 ist die Veröffentlichung im eForms-Format verpflichtend
- Vergabekammern als Rechtsschutz: Bieter können Vergabeentscheidungen vor Vergabekammern anfechten
- Strenge Verfahrensregeln: Offenes Verfahren, nicht offenes Verfahren, Verhandlungsverfahren oder wettbewerblicher Dialog
Was bei Unterschwellenvergaben gilt
Unterhalb der EU-Schwellenwerte gelten weniger strenge Regeln. Auf Bundesebene regelt die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) das Verfahren, für Bauleistungen die VOB/A (Abschnitt 1). Die Bundesländer haben eigene Vergabegesetze und setzen die UVgO unterschiedlich um.
Entscheidend für die Suche: Es gibt keine zentrale Pflichtveröffentlichung für Unterschwellenvergaben. Auftraggeber müssen je nach Bundesland und Wertgrenze auf dem jeweiligen Landesportal, auf service.bund.de oder auf einer anderen zugelassenen Plattform veröffentlichen - oder teilweise gar nicht.
Unterschwellenvergaben: Der unterschätzte Markt
Für kleine und mittelständische Unternehmen sind Unterschwellenvergaben oft interessanter als EU-weite Großaufträge. Der Wettbewerb ist geringer, die Anforderungen an Eignungsnachweise sind niedriger, und die Vergabeverfahren laufen schneller ab.
Warum Unterschwellenvergaben so relevant sind
Ein Großteil der öffentlichen Aufträge liegt unterhalb der EU-Schwellenwerte. Kommunen vergeben zwar über 50 Prozent aller öffentlichen Aufträge, doch die meisten davon liegen im Unterschwellenbereich. Für regionale Dienstleister, Handwerksbetriebe und spezialisierte KMU sind diese Aufträge das Rückgrat ihres öffentlichen Geschäfts.
Besonders in Bereichen wie Gebäudereinigung, IT-Dienstleistungen, Büroausstattung, Handwerksleistungen und Beratung bewegen sich Auftragsvolumina häufig zwischen 10.000 und 200.000 Euro - weit unter den EU-Schwellenwerten, aber betriebswirtschaftlich hoch relevant. Wer diese Aufträge systematisch findet, kann sich einen stetigen Strom an öffentlichen Aufträgen sichern.
Vergabearten im Unterschwellenbereich
Die UVgO kennt drei Vergabearten unterhalb der EU-Schwellenwerte:
- Öffentliche Ausschreibung: Das Standardverfahren mit öffentlicher Bekanntmachung - vergleichbar mit dem offenen Verfahren oberhalb der Schwelle
- Beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb: Nur geeignete Bewerber werden zur Angebotsabgabe aufgefordert
- Verhandlungsvergabe: Direktansprache von Unternehmen, möglich bei geringen Auftragswerten oder besonderen Umständen
Nur die öffentliche Ausschreibung und die beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb müssen veröffentlicht werden. Verhandlungsvergaben können ohne Bekanntmachung erfolgen - diese Aufträge sind für Außenstehende unsichtbar.
Aktuelle Reformen: UVgO wird überarbeitet
Die Vergabelandschaft im Unterschwellenbereich ist im Umbruch. Bund und Länder überarbeiten die UVgO bis spätestens Ende 2026. In Nordrhein-Westfalen gelten seit dem 1. Januar 2026 bereits vereinfachte Regeln: Kommunen müssen für Unterschwellenvergaben nicht mehr zwingend die UVgO oder VOB/A anwenden. Stattdessen genügt die Einhaltung der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit, Gleichbehandlung und Transparenz.
Diese Liberalisierung könnte Vorbild für andere Bundesländer werden - und bedeutet für Bieter: Die Spielregeln ändern sich, und es lohnt sich, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.
Ausschreibungsportale Deutschland: Alle Plattformen im Überblick
Die deutsche Vergabelandschaft besteht aus mehreren Ebenen. Im Folgenden finden Sie eine umfassende Übersicht aller relevanten Plattformen.
EU-Ebene: TED und eForms
TED - Tenders Electronic Daily ist die offizielle Datenbank der Europäischen Union für alle Oberschwellenvergaben. Täglich werden hier tausende Ausschreibungen aus allen EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht. Seit Oktober 2023 müssen alle EU-weiten Bekanntmachungen im eForms-Standard eingereicht werden.
Der eForms-Standard (aktuell eForms-DE Version 2.1 in Deutschland) strukturiert Vergabebekanntmachungen einheitlich und maschinenlesbar. Für Bieter bedeutet das: Ausschreibungen auf TED folgen einem einheitlichen Schema, was die automatisierte Auswertung und Kategorisierung deutlich erleichtert. In Deutschland werden eForms über den Datenservice Öffentlicher Einkauf des Beschaffungsamts des BMI als nationaler eSender an das EU-Amt für Veröffentlichungen übermittelt.
Bundesebene
- service.bund.de: Das zentrale Vergabeportal des Bundes. Hier veröffentlichen Bundesministerien und nachgeordnete Behörden ihre Aufträge - sowohl ober- als auch unterhalb der EU-Schwellenwerte.
- evergabe-online.de: Die elektronische Vergabeplattform des Bundes, betrieben vom Beschaffungsamt des BMI. Hier laufen die Vergabeverfahren der Bundesbehörden.
Landesebene: Alle 16 Bundesländer
Jedes Bundesland betreibt mindestens eine offizielle Vergabeplattform. Hier die vollständige Übersicht:
| Bundesland | Vergabeplattform |
|---|---|
| Baden-Württemberg | service-bw.de (Ausschreibungsdienst) |
| Bayern | vergabe.bayern.de |
| Berlin | vergabeplattform.berlin.de |
| Brandenburg | vergabemarktplatz-brandenburg.de |
| Bremen | vergabe.bremen.de |
| Hamburg | fbhh-evergabe.web.hamburg.de |
| Hessen | HAD - had.de (Hessische Ausschreibungsdatenbank) |
| Mecklenburg-Vorpommern | vergabe.mv-regierung.de |
| Niedersachsen | vergabe.niedersachsen.de |
| Nordrhein-Westfalen | vergabe.nrw.de |
| Rheinland-Pfalz | vergabe.rlp.de |
| Saarland | saarland.de/ausschreibungen |
| Sachsen | evergabe.sachsen.de |
| Sachsen-Anhalt | evergabe-online.sachsen-anhalt.de |
| Schleswig-Holstein | e-vergabe-sh.de |
| Thüringen | verwaltung.thueringen.de/evergabe |
Wichtig: Nicht jeder öffentliche Auftraggeber innerhalb eines Bundeslandes nutzt die Landesplattform. Viele Kommunen und kommunale Unternehmen veröffentlichen zusätzlich oder ausschließlich auf übergreifenden Plattformen wie dem DTVP oder subreport ELViS.
Übergreifende und privatwirtschaftliche Plattformen
Neben den offiziellen Portalen gibt es privatwirtschaftliche Vergabeplattformen, die von öffentlichen Auftraggebern auf verschiedenen Ebenen genutzt werden:
- DTVP - Deutsches Vergabeportal: Eine der meistgenutzten übergreifenden Plattformen. Wird von Auftraggebern aus Bund, Ländern und Kommunen eingesetzt.
- evergabe.de: Verbreitete Vergabeplattform mit Auftraggebern aus mehreren Bundesländern, besonders in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen.
- subreport ELViS: Insbesondere für Bauvergaben häufig eingesetzt. Viele Kommunen nutzen subreport als primäre Vergabeplattform.
- Deutsche eVergabe: Weitere übergreifende Plattform, die von diversen öffentlichen Auftraggebern genutzt wird.
- Vergabe24: Aggregationsplattform mit Ausschreibungen aus verschiedenen Quellen.
- Vergabe.Autobahn: Spezialisiertes Portal der Autobahn GmbH des Bundes für Infrastrukturprojekte.
Marktplatz Deutschland: Die Zukunft der Vergabe
Die Bundesregierung arbeitet an einer konsolidierenden Plattform namens Marktplatz Deutschland (vormals „Marktplatz der Zukunft"). Ziel ist es, bis zum 31. Dezember 2027 eine gemeinsame Plattform bereitzustellen, über die öffentliche Auftraggeber Vergabeverfahren datenbasiert durchführen können. Ob dieses Projekt die Fragmentierung tatsächlich beseitigen wird, bleibt abzuwarten - bis dahin müssen Bieter weiterhin mit der bestehenden Portallandschaft arbeiten.
Ausschreibungen suchen: Der traditionelle Weg
Viele Unternehmen gehen heute noch manuell vor, um öffentliche Aufträge zu finden. Dieser Ansatz funktioniert grundsätzlich, hat aber klare Grenzen.
Der typische Workflow
- Relevante Portale identifizieren: Recherchieren, welche Vergabeplattformen für die eigene Branche und Region relevant sind. Je nach Geschäftsfeld können das 5 bis 20 Portale sein.
- Accounts anlegen: Sich bei jedem Portal einzeln registrieren - Name, Unternehmensdaten, Branchenzuordnung.
- Täglich durchsuchen: Jeden Morgen mehrere Portale öffnen, Suchbegriffe eingeben und Ergebnisse sichten. Typischer Zeitaufwand: 30 bis 90 Minuten pro Tag.
- Ergebnisse dokumentieren: Interessante Ausschreibungen manuell in eine Tabelle oder ein CRM-System übertragen.
- Fristen überwachen: Abgabetermine im Blick behalten, damit keine Frist verstreicht.
Die Grenzen der manuellen Suche
Dieser Prozess ist zeitintensiv: Unternehmen, die in mehreren Branchen oder Regionen aktiv sind, verbringen leicht drei bis fünf Stunden pro Woche allein mit der Recherche. Er ist fehleranfällig: Ein falscher Suchbegriff, ein vergessenes Portal oder ein ausgefallener Tag genügt, und eine relevante Ausschreibung geht verloren. Und er skaliert nicht: Je mehr Portale überwacht werden müssen, desto höher wird der Aufwand - ohne dass die Trefferquote proportional steigt.
Typische Fehler bei der manuellen Suche
- Zu enge Suchbegriffe: Wer nur nach „Gebäudereinigung" sucht, verpasst Ausschreibungen für „Unterhaltsreinigung", „Reinigungsdienstleistungen" oder „Facility Services". Öffentliche Auftraggeber verwenden häufig andere Begriffe als die Privatwirtschaft.
- Falsche CPV-Codes: Die falsche Klassifikation führt dazu, dass relevante Ergebnisse nicht angezeigt werden. Manche Leistungen lassen sich mehreren CPV-Codes zuordnen - prüfen Sie immer, ob alternative Codes zu besseren Treffern führen.
- Zu wenige Portale: Viele Unternehmen beschränken sich auf die Landesplattform ihres Bundeslandes und übersehen Aufträge auf übergreifenden Plattformen wie dem DTVP oder subreport ELViS, über die zahlreiche Kommunen veröffentlichen.
- Unregelmäßige Suche: Ausschreibungen haben oft Fristen von nur 10 bis 15 Tagen bei offenen Verfahren, im Unterschwellenbereich teilweise noch kürzer. Wer nicht täglich sucht, findet viele Vergaben zu spät für eine fundierte Angebotsabgabe.
Schritt-für-Schritt: So starten Sie mit der Ausschreibungssuche
Ob Sie erstmals in den öffentlichen Markt einsteigen oder Ihre bestehende Suche optimieren wollen - mit diesen Schritten bauen Sie eine systematische Ausschreibungsrecherche auf.
Schritt 1: Ihr Leistungsprofil definieren
Bevor Sie mit der Suche beginnen, sollten Sie Ihr Leistungsspektrum präzise beschreiben:
- Branchen und CPV-Codes: Identifizieren Sie die CPV-Codes, die zu Ihren Leistungen passen. Die vollständige Liste finden Sie auf der Website der EU-Kommission.
- Geografischer Radius: In welchen Regionen können Sie liefern oder Dienstleistungen erbringen? Bundesweit, landesweit oder nur regional?
- Auftragsgrößen: Welche Auftragsvolumina sind für Ihr Unternehmen realistisch? Zu kleine Aufträge lohnen den Aufwand nicht, zu große überfordern die Kapazitäten.
- Eignungsnachweise: Welche Zertifikate, Referenzen und Nachweise können Sie vorweisen? Präqualifikation über das amtliche Verzeichnis (AVPQ) oder PQ-VOB vereinfacht die Bewerbung.
Schritt 2: Relevante Portale identifizieren
Auf Basis Ihres Leistungsprofils bestimmen Sie die Portale, die Sie überwachen müssen:
- Immer relevant: TED (für EU-weite Vergaben), service.bund.de (für Bundesvergaben)
- Regional relevant: Die Landesplattformen der Bundesländer, in denen Sie tätig sind
- Branchenabhängig: Spezialportale wie vergabe.autobahn.de (Infrastruktur) oder die Vergabeplattformen der Deutschen Bahn
- Übergreifend: DTVP, subreport ELViS und evergabe.de decken viele Auftraggeber ab, die nicht auf Landesportalen veröffentlichen
Schritt 3: Suchstrategie entwickeln
Eine gute Suchstrategie nutzt mehrere Ansätze parallel:
- Stichwortsuche: Verwenden Sie Synonyme und Varianten Ihrer Leistungsbezeichnung
- CPV-Code-Suche: Auf Plattformen, die CPV-Codes unterstützen, liefert die Code-basierte Suche oft bessere Ergebnisse als die Volltextsuche
- Auftraggeber-Suche: Wenn Sie wissen, welche Behörden oder Institutionen regelmäßig Ihre Leistungen nachfragen, können Sie gezielt nach deren Ausschreibungen filtern
- E-Mail-Benachrichtigungen: Viele Portale bieten Suchprofile mit automatischen Benachrichtigungen - nutzen Sie diese auf allen relevanten Plattformen
Schritt 4: Routine etablieren
Machen Sie die Ausschreibungssuche zum festen Bestandteil Ihres Tagesablaufs:
- Fester Zeitblock: Reservieren Sie jeden Morgen 15 bis 30 Minuten für die Recherche
- Strukturierte Dokumentation: Erfassen Sie jede relevante Ausschreibung mit Frist, Auftraggeber, geschätztem Volumen und Ihrer Bewertung
- Go/No-Go-Entscheidung: Entwickeln Sie klare Kriterien, nach denen Sie entscheiden, ob sich eine Bewerbung lohnt
- Fristenmanagement: Tragen Sie Abgabefristen sofort in den Kalender ein - mit Erinnerung mindestens drei Tage vorher
Schritt 5: Effizienz steigern mit Tools
Spätestens wenn der manuelle Aufwand die verfügbaren Ressourcen übersteigt, lohnt sich der Einsatz einer Aggregationsplattform. Die procuris Funktionen umfassen die automatische Zusammenführung aller relevanten Portale, KI-gestützte Suche und Fristenüberwachung - so reduzieren Sie den Rechercheaufwand auf wenige Minuten pro Tag.
Der moderne Weg: KI-gestützte Ausschreibungssuche
Die manuelle Suche stößt an Grenzen, die sich durch Disziplin allein nicht überwinden lassen. KI-gestützte Plattformen lösen die drei Kernprobleme der Ausschreibungsrecherche: Fragmentierung, Begriffsvielfalt und Zeitaufwand.
Wie Aggregation funktioniert
Plattformen wie procuris rufen Ausschreibungen von TED, service.bund.de und allen 16 Landesportalen sowie den wichtigsten übergreifenden Plattformen automatisch ab. Neue Vergaben erscheinen innerhalb weniger Stunden nach der Erstveröffentlichung auf der Originalplattform. Das Ergebnis: eine einzige Suchoberfläche für den gesamten deutschen Vergabemarkt.
Semantische Suche statt Stichwort-Matching
Klassische Portale arbeiten mit exaktem Stichwort-Matching: Wer „Gebäudereinigung" eingibt, findet keine Treffer für „Unterhaltsreinigung". KI-gestützte Suche versteht dagegen die Bedeutung hinter den Begriffen. Beschreiben Sie Ihr Leistungsspektrum in eigenen Worten - die Suche findet passende Ausschreibungen, unabhängig davon, welche Begriffe der Auftraggeber verwendet hat.
Automatische Benachrichtigungen und Fristenüberwachung
Statt täglich manuell zu suchen, definieren Sie einmalig Ihr Suchprofil. Neue, relevante Ausschreibungen werden automatisch erkannt und Ihnen zugestellt. Die Fristenüberwachung stellt sicher, dass keine Abgabefrist verpasst wird.
Kostenloser Einstieg und Pro-Plan
Der Einstieg bei procuris ist kostenlos - ohne Kreditkarte und ohne Verpflichtung. Registrieren Sie sich unter procuris.de/signup und testen Sie die Suche sofort. Für Teams mit höherem Volumen bietet der Pro-Plan ab 59 Euro pro Monat Zugang für bis zu fünf Nutzer mit erweiterten Funktionen.
Häufige Fragen zum Thema öffentliche Ausschreibungen finden
Kann jedes Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen?
Grundsätzlich ja. Das Vergaberecht schreibt Wettbewerb und Gleichbehandlung vor, und Unternehmen jeder Größe können sich bewerben, sofern sie die fachlichen und wirtschaftlichen Eignungskriterien erfüllen. Eine Gewerbeanmeldung genügt als Grundvoraussetzung; spezifische Branchenzulassungen oder Zertifikate können je nach Auftragsgegenstand zusätzlich erforderlich sein.
Sind öffentliche Ausschreibungen kostenlos einsehbar?
Ja, die Einsicht in Ausschreibungsbekanntmachungen ist auf allen offiziellen Portalen kostenfrei. Für die vollständigen Vergabeunterlagen ist je nach Plattform eine kostenlose Registrierung erforderlich, aber eine Gebühr fällt nicht an. Kostenpflichtig sind lediglich Aggregations- oder Benachrichtigungsdienste, die zusätzlichen Komfort bieten.
Wie finde ich Ausschreibungen unterhalb der EU-Schwellenwerte?
Unterschwellenvergaben erscheinen nicht auf TED, sondern nur auf nationalen, regionalen oder kommunalen Portalen. Da es keine zentrale Pflichtveröffentlichung gibt, müssen Sie entweder die einzelnen Landesportale und übergreifenden Plattformen systematisch durchsuchen oder einen Aggregator wie procuris nutzen, der alle Quellen bündelt. Besonders bei Verhandlungsvergaben ohne Teilnahmewettbewerb existiert keine öffentliche Bekanntmachung - hier hilft nur der direkte Kontakt zu Auftraggebern.
Was bedeutet der eForms-Standard für die Ausschreibungssuche?
Seit Oktober 2023 müssen EU-weite Ausschreibungen im eForms-Format (aktuell eForms-DE 2.1) veröffentlicht werden, das Vergabebekanntmachungen einheitlich und maschinenlesbar strukturiert. KI-basierte Tools können eForms-Daten automatisch auswerten, kategorisieren und mit Ihrem Leistungsprofil abgleichen. In Deutschland werden die Daten über den Datenservice Öffentlicher Einkauf des Beschaffungsamts übermittelt.
Wie aktuell sind die Ausschreibungen auf Aggregator-Plattformen?
Bei procuris werden neue Ausschreibungen mehrmals täglich von allen angebundenen Portalen abgerufen. In der Regel erscheinen Vergaben innerhalb weniger Stunden nach der Erstveröffentlichung auf der Originalplattform. Da die meisten Ausschreibungen Angebotsfristen von mindestens 10 Tagen haben, bleibt genügend Zeit für die Angebotserstellung - auch wenn die Veröffentlichung nicht in Echtzeit erfolgt.
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