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Dokumente & Unterlagen

Ex-post Bekanntmachung

Die Ex-post Bekanntmachung informiert nach Abschluss eines Vergabeverfahrens oeffentlich ueber den erteilten Zuschlag und die wesentlichen Auftragsdaten.

Was bedeutet Ex-post Bekanntmachung?

Die Ex-post Bekanntmachung, auch Vergabebekanntmachung oder Zuschlagsbekanntmachung genannt, ist eine Pflichtveroeffentlichung, die nach Abschluss eines Vergabeverfahrens ueber das Ergebnis der Auftragsvergabe informiert. Der Begriff ex post (lateinisch fuer im Nachhinein) kennzeichnet, dass diese Bekanntmachung nach der Zuschlagserteilung erfolgt. Sie dient der Transparenz und ermoeglicht eine nachtraegliche Kontrolle der Vergabeentscheidung durch Marktteilnehmer und die Oeffentlichkeit.

Bei EU-weiten Vergabeverfahren ist die Ex-post Bekanntmachung verpflichtend und muss innerhalb von 30 Tagen nach der Zuschlagserteilung an TED (Tenders Electronic Daily) uebermittelt werden. Sie enthaelt wesentliche Informationen ueber das abgeschlossene Verfahren, darunter den Namen des bezuschlagten Unternehmens, den Auftragswert, die Anzahl der eingegangenen Angebote, die angewandten Zuschlagskriterien und das gewahlte Verfahren. Bei aufgeteilten Auftraegen werden die Informationen fuer jedes Los gesondert angegeben.

Die Ex-post Bekanntmachung erfuellt mehrere Funktionen: Sie informiert den Markt ueber abgeschlossene Vergaben, ermoeglicht eine statistische Auswertung des oeffentlichen Beschaffungswesens, foerdert die Transparenz und kann als Grundlage fuer die Planung zukuenftiger Beteiligungen an aehnlichen Ausschreibungen dienen. Zudem koennen die Angaben in der Ex-post Bekanntmachung Hinweise auf moegliche Vergaberechtsverstoesse liefern.

Relevanz fuer Bieter

Fuer Bieter sind Ex-post Bekanntmachungen eine wertvolle Informationsquelle. Sie ermoeglich eine Analyse des Wettbewerbsumfelds, da sie Aufschluss ueber die Zahl der Mitbewerber, das Preisniveau und die Zuschlagskriterien vergangener Verfahren geben. Diese Informationen koennen bei der Kalkulation und strategischen Positionierung fuer kuenftige Ausschreibungen herangezogen werden.

Unternehmen, die den Zuschlag nicht erhalten haben, koennen die Ex-post Bekanntmachung nutzen, um zu pruefen, ob das Verfahren ordnungsgemaess abgelaufen ist. Insbesondere bei Vergaben ohne vorherige Bekanntmachung kann die Ex-post Veroeffentlichung Anlass fuer eine naehere Pruefung sein. Bieter koennen zudem durch die Analyse von Ex-post Bekanntmachungen Trends und Muster bei bestimmten Auftraggebern erkennen und ihre Akquisestrategie entsprechend anpassen.

Rechtlicher Rahmen

Die Pflicht zur Ex-post Bekanntmachung ergibt sich aus Paragraph 39 VgV in Verbindung mit Artikel 50 der EU-Vergaberichtlinie 2014/24/EU. Die Frist fuer die Uebermittlung betraegt 30 Tage nach Zuschlagserteilung. Das Format richtet sich nach der eForms-Verordnung (EU) 2019/1780. Bei Rahmenvereinbarungen muss die Ex-post Bekanntmachung spaetstens 30 Tage nach Abschluss jedes Quartals fuer die in diesem Zeitraum erteilten Einzelauftraege erfolgen. Im Unterschwellenbereich gibt es keine generelle Pflicht zur Ex-post Bekanntmachung.