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Technik & Standards

NUTS-Codes

NUTS-Codes sind eine hierarchische Systematik zur geografischen Klassifizierung von Regionen in der EU, die im Vergabewesen zur Ortsangabe von Auftraegen verwendet wird.

Was bedeutet NUTS-Codes?

NUTS steht fuer "Nomenclature des unites territoriales statistiques" (Systematik der Gebietseinheiten fuer die Statistik). Es handelt sich um eine von Eurostat entwickelte hierarchische Klassifikation, die das Gebiet der Europaeischen Union in vergleichbare Regionen unterteilt. Im oeffentlichen Vergabewesen werden NUTS-Codes verwendet, um den Erfuellungsort eines Auftrags geographisch zu kennzeichnen. Dies ermoeglicht es Bietern, gezielt nach Ausschreibungen in bestimmten Regionen zu suchen.

Die NUTS-Systematik umfasst mehrere Ebenen. NUTS-0 bezeichnet die Staatsebene (etwa DE fuer Deutschland), NUTS-1 die grossen Regionen (etwa DE1 fuer Baden-Wuerttemberg), NUTS-2 die mittleren Regionen (etwa DE11 fuer den Regierungsbezirk Stuttgart) und NUTS-3 die kleinraeumigen Gebiete (etwa DE111 fuer die Stadt Stuttgart). Durch diese hierarchische Struktur koennen Auftraege sowohl grob als auch fein regional zugeordnet werden.

Bei der Veroeffentlichung von Ausschreibungen auf TED (Tenders Electronic Daily) ist die Angabe des NUTS-Codes verpflichtend. Im Rahmen der eForms-Bekanntmachungen werden NUTS-Codes als strukturierte Daten erfasst, was die maschinelle Verarbeitung und gezielte Suche ermoeglicht. Die aktuelle Fassung ist die NUTS-2024-Klassifikation, die regelmaessig aktualisiert wird, um Gebietsreformen und administrative Aenderungen abzubilden.

Relevanz fuer Bieter

Fuer Bieter sind NUTS-Codes ein wichtiges Werkzeug bei der Recherche nach relevanten Ausschreibungen. Durch die Filterung nach NUTS-Codes koennen Unternehmen gezielt Auftraege in ihrem regionalen Einzugsgebiet identifizieren und so die Akquisitionseffizienz steigern. Dies ist besonders relevant fuer Unternehmen, die vorrangig regional taetig sind oder deren Logistikkosten stark vom Entfernungsradius abhaengen.

Auch bei der Angebotsabgabe spielen NUTS-Codes eine Rolle, etwa wenn regionale Referenzen gefordert werden oder wenn der Auftraggeber Praesenz in einer bestimmten Region als Eignungskriterium definiert. Bieter sollten die NUTS-Codes ihrer Referenzprojekte kennen und in Eignungsunterlagen korrekt angeben koennen.

Rechtlicher Rahmen

Die Verwendung von NUTS-Codes im Vergabewesen ist durch die EU-Vergaberichtlinien 2014/24/EU und 2014/25/EU vorgeschrieben. Die EU-Durchfuehrungsverordnung 2019/1780 zu eForms legt fest, welche NUTS-Codes in Bekanntmachungen anzugeben sind. In Deutschland regelt die VgV in Verbindung mit dem GWB die Anwendung der EU-Standards. Die NUTS-Verordnung (EU) 2003/1059 bildet die statistische Rechtsgrundlage fuer die Klassifikation und wird regelmaessig durch Aenderungsverordnungen aktualisiert.